Checkliste für die Übernahme von Charterschiffen

Hinweis: Festgestellte Mängel, welche bei  Übernahme nicht schriftlich reklamiert und vom Vercharterer gegengezeichnet werden, gehen bei Rückgabe meist zu euren Lasten !!! Kaution !! 

Checkliste:

 

An Deck

Genua

  •  Auf Risse im Bereich der Salingbretter achten
  • Nähte um das Auge im Unterlieg (dort wo die Genuaschoten festgemacht  sind) überprüfen
  • Lässt sich das Segel einwandfrei ausrollen

 
Großsegel

  • Auf Risse im Bereich der Salingbretter achten
  • Bei Lattensegeln überprüfen ob alle Latten heil und gesichert sind
  • Bei Rollsegeln die Leinen überprüfen ob diese unbeschädigt sind, da es
    sonst problematisch wird das Segel zu reffen, insbesondere bei 
    Mastrollsystemen
  • Mastrutscher auf Defekte und Leichtläufigkeit prüfen

Leinen:

  • Sind alle Leinen in einwandfreien Zustand und knotenfrei. Aufgescheuerte Landleinen werden bei aufkommenden Wind sehr schnell reißen!!
  • Prüfen, ob neben den obligatorischen Landleinen, noch kurze Tampen verfügbar sind, diese werden teilweise benötigt, um bei aufkommenden Wind Decksgegenstände zusätzlich zu sichern (insbesondere Beiboot)

Anker:

  • Bei elektrischen Ankerwinschen sich vom Vercharterter sagen lassen, mit wie viel Umdrehungen der Motor laufen muss, da sonst meistens die Sicherung raus springt
  • Ist die Ankerkette im Kettenkasten sicher mit Schiff verbunden?
  • Wie lang ist die Kette und weißt diese Schäden auf. Gibt es Markierungen zur Kettenlänge. Dies macht es einfacher die ausgebrachte Kettenlänge festzustellen.
  • Lässt sich der Anker einwandfrei im eingeholten Zustand sichern.

Positionslichter:

  • Gehen alle an?
  • Wo sind die Ersatzbirnen?
  • Sind die Bug-/ und Hecklichter unbeschädigt und fest angebracht, insbesondere überprüfen, ob die Gläser beschädigt sind, da sonst Wasser eindringt und es zu einem Kurzschluss kommt.

Winschen:

  • Hält das Seil in der Klemmvorrichtung, da diese je nach Alter und Benutzung abnutzen und bei Wind dann nicht mehr halten.
  • Lassen sich alle drehen

Winschkurbeln

  • Sind Risse am Hebel sichtbar, wenn ja auf keinen Fall benutzen und auf Umtausch beharren, da diese beim Abreisen meistens zu Verletzungen am Unterarm oder Oberkörper führen können.

 

Navigationseinrichtungen:

  • Echolot:
    • Welche Tiefe wird angezeigt, da tlw. die Angabe sich auf „untern Kiel“ oder „ab Wasseroberfläche“ bezieht.
    • Gibt es einen Tiefenalarm und ab welcher Tiefe gibt dieser Alarm
  • GPS
    • Werden die Satelliten gefunden, es müssen mindestens 3 sein
    • Falls man sich mit der Funktion unsicher ist, erklären lassen und achten, dass die Dokumentation vorhanden ist.
  • Logge
    • Prüfen ob diese funktioniert, und die Geschwindigkeit mit dem GPS vergleichen (Achtung GPS zeigt nur Fahrt über Grund an und die Logge die Fahrt durchs Wasser, welche allerdings durch Strömung mit beeinflusst wird.
  • Kompass
    • Missweißung nennen lassen
  • Dieselstand
    • ist der Tank voll

Reeling, Bug- und Heckkorb:

  • Reeling
    • Sind alle Reelingstützen fest?
    • Ist das Drahtseil, insbesondere bei dem Durchgang in der Reelingstütze, unbeschädigt? Falls hier ein paar Drahtfäden rausschauen, diese mit Tapeband abkleben, da es sonst zu unangenehmen Verletzung der Hände kommt.
  • Bugkorb
    • Der Bugkorb ist mit einer der am meisten beschädigten Teilen am Schiff, da er oft unfreiwillig als Kaibremse dient. Prüfen ob es Vorschäden gab.
  • Heckkorb
    • Der Heckkorb bleibt tlw. auch gerne bei anderen Schiffen hängen, daher genauso wie den Bugkorb prüfen.  

Ruder:

  • Wie viel Umdrehung braucht man bis zum Anschlag? Daraus lässt sich feststellen, falls nicht markiert, wo die Mittelstellung des Ruders ist.
  • Falls es bautechnisch möglich ist, sollte man sich die Seilzüge anschauen.
  • Wo befindet sich das Notruder?

Motor

  • Startet der Motor nach Vorglühphase einwandfrei
  • Wird stoßweise Kuhlwasser ausgestoßen
  • Gibt es Rauchentwicklungen
  • Sollte eines von den oben genannten Mängeln einstellen, auf Überprüfung / Reparatur bestehen.

Motorschaltung

  • Wo befindet sich die Nullstellung
  • Lässt sich der Knopf fürs auskuppeln eindrücken und es gibt es bei Gas keinen Vortrieb mehr.
  • Schraubeneffekt prüfen, dh.: zu welcher Seite zieht das Heck beim Gasgeben? Wichtig für das „Drehen auf dem Teller“ und beim An/Ablegen

Klampen

  • Sind diese noch fest oder sind Risse im Deck erkennbar

Schiffswände

  • Sind an den Seiten, Heck, Bug Schäden erkennbar

Kiel

  • Wenn es die Wassertemperaturen und die Wasserqualität im Hafen zulassen, sollte ein kurzer Tauchgang erfolgen. Sollte zwischen dem Kiel und Boot die Verbindungsmasse ausgetreten sein, so deutet die auf eine harte Grundberührung. Falls dies der Fall sein sollte, unbedingt im Schiff die Kielbolzen prüfen sowie auf mögliche Spuren von Seewasser achten. Ein Kiel der abreißt, ist der absolute Obergau. Schiff wird sofort kentern.  Ich persönlich würde auf ein Ersatzboot bestehen.

Gasflasche

  • Lässt sich der Verschluss leicht bedienen
  • Sind die Leitungen noch in Ordnung (nicht porös) 
  • Füllstand 
  • Reserveflasche voll

Reservekanister

  • Wasser und Dieselkanister sollten eigentlich immer dabei sein
  • Geruchstest beim Wassertank, wird gerne mal mit Dieselkanister verwechselt
  • Benzinkanister für Außenborder 
  • Einfüllstutzen vorhanden
  • Beim Füllen der Tanks unbedingt auf Wasser bzw. Dieseltank achten

Außenborder

  • Springt dieser, ohne dass man sich die Arme ausreist, an (nur im Wasser testen)
  • Geht die Kupplung
  • Ist der Stecker für Notaus (meistens ein Seil mit Stecker, welches an der Hand befestigt wird und beim Reinfallen den Zündkontakt unterbricht) vorhanden und in Ordnung
  • Gibt es ein Schloss, um den Außenborder gegen Diebstahl zu schützen

Dingi

  • Ventile in einwandfreien Zustand 
  • Boden und Seiten dicht
  • Ruder vorhanden
  • Ruderaufhängung i.O
  • Blasebalg vorhanden und i.O

Bimini / Sprayhood

  •  Auf einwandfreien Zustand prüfen und auf jeden Fall aufklappen

Flaggen

  • Heimatflagge und die Gastlandflaggen vorhanden

Mast, Baum und Salingdrähte

  • Alle auf mögliche Schäden untersuchen, falls hier welche vorhanden sind, keine Kompromisse eingehen. Entweder wird repariert oder Ersatzschiff gestellt.

Unter Deck

Inventarliste

  • Die Liste sorgfältig überprüfen und nachzählen
  • Sind die Schwimmwesten auf das Gewicht der Mitsegler abgestimmt
  • Bei Automatikwesten prüfen ob es Ersatzkartuschen und Salztabletten gibt

Lucken

  • Sind alle dicht und unbeschädigt
  • Geht die Verschlussmöglichkeit

 Gasherd

  • Brennen alle Flammen incl. im Backofen einwandfrei
  • Entweicht eventuell Gas, nachdem die Leitungen geöffnet wurden
  • Wo befinden sich die Abschalthähne und lassen diese sich einwandfrei schließen

Kühlschrank

  • Tritt nach Einschalten in kurzer Zeit die Kühlwirkung ein

Feuerlöscher und Seenotmittel

  • Wo befinden diese sich?
  • Verfallsdatum prüfen, falls abgelaufen auf Ersatz bestehen

Bilge

  • Ist diese trocken, wenn nicht feststellen woher das Wasser kommt
  • Springen die Bilgenpumpen an und ist das Sieb sauber

WC Raum

  • Geht die Pumpe leichtgängig und wird Wasser angezogen / abgepumpt
  • Kommt Wasser aus dem Hahn

Seeventile und angeschlossene Schläuche

  • Wo befinden sich die Seeventile
  • Sind die Verbindungen der Seeventil und der Schläuche fest und trocken
  • Lässt sich Seeventil schließen

Motor

  • Ölstand prüfen
  • Keilriemen noch i.O und fest
  • Nachfragen wie viel Öl und Diesel der Motor pro Stunde verbraucht
  • Hat sich Öl in der Motorbilge gesammelt
  • Ist Nachfüllöl vorhanden

Naviplatz /Schalttafel

  • Batteriestand und Wasserstand prüfen
  • Wie kann man an die Sicherungen kommen und wo befinden sich diese
  • Alle Funktionen prüfen
  • Landstromanschluss geht und wird angezeigt
  • Sind die Seekarten komplett, aktuell bzw. aktualisiert worden
  • Navigationsbesteck, Bleistift, Radierer vorhanden
  • GPS überprüfen und sich erklären lassen
  • UKW –Funk prüfen, aber nicht auf Notrufkanal sondern mit Schiff-Schiff Verbindung (Stegnachbarn ansprechen)

Notausschalter Strom

  • Wo befindet sich dieser, da bei Kurzschluss sofort der gesamte Stromkreislauf unterbrechen werden sollte (Kabelbrand droht)

Verbandskasten

  • Was ist drin und was fehlt noch
  • Verfallsdatum beachten

Werkzeugkasten

  • Was an Werkzeug ist vorhanden und auch funktionsfähig

Ersatzteile

  • Welche gibt es und wo befinden sie sich
  • Keilriemen, Impeller, Sicherungen, Birnen sollten unbedingt dabei sein

Polster Salon / Koje

  • Verschmutzungen festhalten

Bootspapiere

  • Neben der technischen Literatur müssen alle das Boot betreffende Papier vorhanden sein
  • Permit (Kroatien) auf Gültigkeit überprüfen
  • Versicherungsbescheinigung
  • Welche Genehmigungen sind vorhanden, um in ein anderes Land einsegeln zu können (zb.: Kroatien – Italien)  

Bootsreinigung

  • Da für die Endreinigung meisten zu bezahlen ist, prüfen ob alles sauber ist 

Zum Schluss empfehle ich jedem, nach der Übernahme, einen kleinen Probeschlag vorzunehmen. Denn wird dann noch ein Mangel festgestellt, kann der Vercharterer diesen meist noch am Abend erledigen. 

 
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