Mooring - wie funktioniert es

Mooring

Diese Art des Festmachens findet sich häufig in der Adria und im Mittelmeerraum.

Die Mooringleine ist an einem Block, welcher im rechten Winkel vom Kai ausgelegt ist, befestigt. Das andere Ende der Mooringleine ist am Kai befestigt. 

So und wie mache ich nun an der Mooringleine fest?

Folgende Schritte führen zum sicheren Anlegen:

1.) Wie es sich für das Anlegen gehört haben wir vorher im Hafenhandbuch nachgeschaut ob die Wassertiefe unserem Tiefgang genügt.

2.) Wir rufen den Hafenmeister per Funk und geben unseren Namen und Schiffsdaten durch mit der Bitte um Zuweisung eines Liegeplatzes.

3.) Achterleinen werden vor dem eigentlichen Anlegemanöver vorbereitet. Unter Vorbereitung verstehe ich: Leinen sind aufgeklart und an einem Ende schon an der Klampe belegt.

4.) Die Fender werden an der Reeling angeschlagen, aber noch nicht ausgebracht, sondern liegen auf Deck (wobei es hier Ausnahmen gibt)

5) Der Heckausstieg wird geöffnet (sofern vorhanden)

6) Der Bootshacken liegt bereit

7) Ein Aktionsfender ist vorhanden. Dieser wird benötigt, um eine mögliche Kollision mit Nachbaryacht oder Steg zu verhindern / abzufedern.

8) Die einzelnen Positionen (Achterleinen, Aktionsfender, Mooringverantwortliche, An Stegspringer) werden vergeben und die Aufgaben geschildert und besprochen bis jeder weis was er machen muss. Keine Hektik aufkommen lassen, lieber noch eine Runde im Hafen drehen bis alles klar ist.

9) Entgegen der Unsitte vieler Marineros, bestehen wir drauf, dass die Mooringleine nicht vor dem Festmachen des Hecks aus dem Wasser gezogen wird, sonst kann es schnell passieren, dass Ihr diese in die Schraube bekommt.

10) Je nach Schiffstyp nehmen wir einen längeren Rückwartsanlaufweg, bis das Schiff auf das Ruder reagiert. (Vorher testen, wie es sich rückwärts fahren lässt)

11) Kurz vor dem Steg stoppen wir unser Schiff, durch einen beherzten Vorwärtschub auf.

12) Der "Auf den Stegspringer" springt auf Komando des Skippers auf den Steg und nimmt die Heckleinen entgegen. Falls es Seitenwind gibt, dann erst die LUV Leine.

13) Die Mooringleine wird vom "Auf den Stegspringer" aus dem Wasser gezogen und von einem der Mooringverantwortlichen mit Bootshacken entgegen genommen. Drauf achten dass die Mooringleine nicht im Bereich der Schraube im Wasser bleibt. Es empfiehlt sich auch Arbeitshandschuhe anzuziehen, wegen Muscheln und DrecK.

14) Die Mooringleine wird zum Bug geführt und über die Klampe fest angezogen und vorlaufig belegt. Vorläufig deshalb, damit der Abstand vom Heck zum Steg passend eingestellt werden kann.

15) Der Skipper gibt an ob die Heckleinen  noch nachgelassen werden müssen (Stegabstand), entsprechend  muss dann die Mooringleine nachgezogen werden.

16) Sollte starker Seitenwind, Wind von vorne vorhanden  oder angekündigt sein, dann lassen wir die Heckleinen entsprechend weiter nach. Die Mooringleine wird dann wieder weiter nachgezogen und festgemacht.

17) Damit die Heckleinen "Zieher" keine langen Arme bekommen um die Leinen fest anzuziehen, können wir als Skipper mit dosierten Rückwärtsgang nachhelfen. Hiermit erreichen wir auch, dass wir uns vom Lee Schiff entfernen können.

18) Sollte nun alles passen wird die Gangway ausgebracht.

19) Das allerwichtigste kommt wie immer zum Schluss: Der Anlegertrunk wird eingenommen und bei Bedarf nochmal drüber gesprochen ob alles gepasst hat.


Wie gesagt, es ist kein Meister vom Himmel gefallen.....also alles gut vorbereiten und in RUHE machen. Dann klappt es auch.

PS: Bei der Gangway drauf achten, dass diese sich am Steg nicht verkeilt sonst, kann es zu einem netten Schaden an Schiff kommen, sobald das Schiff sich aufgrund von Wellen oder Wind rückwärts bewegt.

 
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