Festmachen an einer Boje

Bevor wir an einer Boje festmachen müssen wir prüfen, ob die Tiefe in unserem Schwollkreis (Radius unserer Yacht, wenn wir vom Wind im Kreis gedreht werden) ausreicht. Genauso mussen wir uns sicher sein, dass wir nicht mit anderen Schiffen mit unserem Heck und deren Bug (gilt auch umgekehrt) kollidieren können.

Desweiteren ist es wichtig, vorher im Hafenhandbuch zu prüfen, ob es Angaben gibt, welche uns aufgrund von Schiffslänge oder Schiffsgewicht bestimmte Bojen zuweisen.

Ist dies alles geprüft und wir haben die passende Boje gefunden, starten wir mit unserem Anlegemanover wie folgt.
Wir (Skipper) weisen eine oder zwei Personen in die Aufgabe ein.
Die Vorderleine muss aufkliert sein (ohne Knoten und nicht verheddert). Das eine Ende wird an der Bugklampe fest belegt.

Wir haben mehere Möglichkeiten das lose Ende an der Boje festzumachen:

a) Über den Bug
b) über das Heck
c) oder von der Bordwand

A)
Wir fahren die Boje genau im Wind liegen an und lassen uns von den Festmacher(n) sagen wieviel Abstand noch besteht. Wir stoppen rechtzeitig auf.
Der Festmacher legt sich auf den Bauch (Achtung sollte aufpassen, das er nicht reinfällt) und führt die Leine erstmal in das obere Auge ein, oder falls es Möglich ist, wird die Boje angehoben und das Seil gleich in das untere Auge eingeführt.

Das Seil wird dann anschließend an der 2 Bugklampe befestigt.
Sollte es nicht möglich sein, gleich das Seil in das untere Auge einzuführen, so heben wir mit den einem Seil (welches vorher in das obere Auge eingeführt wurde) an und führen dann das zweite (an der anderen freien Klampe schon befestigt) in das untere Auge ein und machen dann das erste "Hilfsseil" los und machen es an der Klampe fest.
Das Seil sollte nicht allzu stramm gezogen werden, da uns sonst die Boje an den Bug stößt und evtl. Schäden hinterlässt. Mit 2-3 Meter Abstand zur Boje ist man gut beraten.

Wenn nun alles fest ist, prüfen wir ob wir durch Rückwärtsfahrt die Boje vom Grund wegziehen können, falls dies der Fall ist, ist der Betonblock, wo die Boje fixiert ist zu leicht. Dann suchen wir uns lieber eine andere, denn wer will schon nachts bei Sturm durch die Bucht auf Drift gehen.

Falls es Wassertiefe und Temperatur zulassen, sollte man einen kleinen Tauchgang machen und das Seil sowie  die Befestigung der Boje  unter  Wasser prüfen. Ihr seid meistens nicht von Bojenfeldbetreiber, gegen das Losreißen aufgrund morscher Seile, versichert !!

B)

Falls der Bug zu hoch ist, dann nehmt die Boje über das Heck auf.
Wir fahren die Boje rückwärts gegen den Wind an und machen unser Seil am entsprechenden Auge fest. Das eine Ende des Seils sollte gleich an der Bugklampe befestigt sein. Falls es zu kurz ist dann über die Mittschiffklampe einmal belegen. Wir führen dann unser Seil nach vorne und machen fest. Der Rudergänger unterstützt das ganze mit langsamer Motorfahrt. Unbedingt bei der Übernahme über Heck drauf achten, dass derjenige der die Boje greift nicht reinfallen kann, denn die Schiffschraube drecht sich und ein Sog unter das Schiff ist gegeben. !!

C)

Bei der  Aufnahme der Boje über die Bordwand , muss die Boje auf der Luvseite liegen, sonst könnte es uns passieren, dass wir bei  stärkeren Wind  die Boje unter das Schiff  bzw. diese an Schiffswand längschleift.
Auch hier gilt der gleiche Ablauf wie bei B oder C. Ein Ende des Seils ist an der Bugklampe befestigt und das andere Ende wird in das Auge eingeführt.

Wie bei allen Manövern....macht es in Ruhe und sprecht vorher das Manöver durch, bis jeder weiß, was er machen muss.

 
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