Vom Rio Guadiana zum Cabo Sao Vicente

Dieser Bericht wurde von Stefan Zollondz eingesendet.

Unsere Reise beginnt im Oberlauf des Rio Guadiana. Dieser Fluß läßt sich etwa 40 Km weit flußaufwärts befahren. Mit etwas Mut und Ortskenntnis noch 20 Km weiter bis nach Mertola. Doch dort versperren schon große Felsklippen im Fluß die freie Durchfahrt und man muss sich sehr gut auskennen, um den Fluss dort zu befahren.
Hier oben ist es idyllisch und ruhig. Es gibt nur einige wenige Fincas.

Etwas weiter flussabwärts liegen die beiden kleinen Städtchen Alcoutim und Sanlucar, malerisch am Rio Guadiana gelegen.

Wir blicken von dem portugiesischen Alcoutim über den Fluß hinüber nach Sanlucar auf die spanische Seite. Beide Städte haben kleine Anlegestege für ein paar Boote.

Der Rio Guadiana ist ein sehr stiller Fluß. Er ist der Grenzfluß zwischen Spanien und Portugal und bis heute gibt es hier sehr wenig Tourismus. Ankern ist überall möglich und man ist geschützt gegen jedes Wetter.

Den Fluß hinunter, vorbei an den Hafenstädten Villa Real und Ayamonte geht es raus auf den Atlantik. Kurs West und nach Tavira.

In der Lagune vor Tavira liegen wir sehr geschützt vor Anker, eine Marina gibt es hier nicht, und das ist auch gut so. Und so paddeln wir zum Grillen und Lagerfeuer auf die vorgelagerte Insel.

 

18 Meilen weiter westlich segeln wir in Lagunengebiet von Faro und Olhao und besuchen die Insel Culatra. Vorgelagerte Inseln erstrecken sich hier lang und schmal vor der Küste, und bieten einen natürlichen Schutz gegen die Wellen des Atlantik.

Vor Culatra gibt es einen sicheren Ankerplatz, aber wir fahren in die Bucht, was nur bei Hochwasser möglich ist, und lassen uns dort trockenfallen.

 

Bei Niedrigwasser und einem Tidenhub von 2 bis 3 Metern läuft dieser Naturhafen völlig leer. Daher ein idealer Platz für Katamarane und eben auch für die Medusa mit ihren beiden Twinkielen.

200 Meter weiter, ein kurzer Weg über die Sanddünen, brandet der Atlantik auf einen 5 Km langen, unberührten Sandstrand.

 

Um die Sandalgarve, mit ihren Lagunen und endlosen Stränden hat der Massentourismus zum Glück einen Bogen gemacht. Überall gibt es hier geschützte Plätze zum Ankern oder Trockenfallen.

Dieses Lagunengebiet ist auch ein Paradies für Vögel, so wie diese Störche, die hier überwintern und gar nicht scheu, um die Boote herumstolzieren.

 

Hier haben sich auch einige Aussteiger unter Segeln eingerichtet. Man findet sehr schnell Kontakt, abends wird oft gemeinsam gegrillt und Wein getrunken. Jeder ist hilfsbereit und aufgeschlossen.

Auch das Verhältnis zu den 300 Einwohnern in dem 5 Minuten Fußweg entfernten Dorf ist gut. Es sind einfache Leute, Fischer und Muschelsammler. Es gibt keine Straßen und Autos auf der Insel. Eine kleine Fähre fährt mehrmals täglich nach Olhao.

Wir verlassen die Sandalgarve und segeln weiter nach Westen. Hier ändert sich die Küste , sie wird felsig und steil, durchsetzt mit Höhlen und Grotten.

 

 

Wir haben Levante, einen starken Ostwind, der auftritt, wenn ein Hochdrucksytem über dem Mittelmeer liegt und der Wind in ein Tief auf dem Atlantik weht. Diese Wetterlage ist eher selten, kommt aber in den Übergangsmonaten ab und zu vor.

 

 

 

In der Strasse von Gibraltar, die 100 Meilen östlich liegt, wird dieser Wind wohl gerade Sturm- bis Orkanstärke haben. Er schwächt sich nach Westen hin immer weiter ab, aber die Welle, die sich in dieser engen Düse bildet, ist bis hierhin wirksam.

 

 

 

 

Für eine stabile und hochseetaugliche Yacht ist das Segeln bei Levante-Wind nicht gefährlich, wenn er nicht allzustark ist. Der Wind ist nicht auflandig, er weht parallel zur Küste und wenn man nicht auf die dumme Idee kommt, dagegen anzukreuzen, ist es für Segler ein Genuss, mit raumen Wind über die Wellen zu surfen.

Medusa rauscht nur mit der kleinen Fock und 7 Knoten Fahrt nach Westen.

 

 

In der großen Bucht von Lagos ist es sogar möglich, sich einfach auf den Strand zu stellen. Dazu muss natürlich die Wetterlage stimmen. Die absolut vorherrschende Windrichtung an der Algarve ist im Sommer Nord, das heißt, der Wind ist ablandig und schafft eine spiegelglatte See.

 

 

 

Weiter geht es nach Westen, die Küste wird immer steiler. Wunderschöne Buchten mit Sandstränden liegen zwischen grandiosen Felsformationen. Es ist ein Traum, hier entlang zu segeln.

 

 

 

 

Sagres ist der letzte Hafen weit im Westen der Algarve. Oben pfeift der Wind über 60 Meter hohe Steilküste und unten liegen wir geschützt vor Anker zwischen hohen Felsen und Klippen und lassen dieses atemberaubende Schauspiel auf uns wirken.  

 

 

Das Cabo Vicente ist der südwestlichste Punkt des europäischen Festlandes. Ein wenig weiter und wir würden in den Portugiesischen Norder kommen, ein Wind der mit Macht die Westküste herunterweht und durch das Kap noch verstärkt wird, der Anfang des Passatwindes.

Heinrich der Seefahrer, der angeblich nie wirklich auf See war, hatte hier oben einen Beobachtungsposten eingerichtet, um nach den heimkehrenden Entdeckern Ausschau zu halten.

 
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