Allgemeine Infos Golf von Neapel

Autor: D. Chrimpakis

EINREISE-, ZOLL- UND DEVISENBESTIMMUNGEN

Reisepass oder Personalausweis. Ein gechartertes Boot muss alle gültigen Lizenzen  mit sich führen, und der Skipper muss eine nummerierte Quittung (ricevuta fiscale) vom  Vercharterer erhalten, ohne die er und der Vercharterer hohe Strafen zahlen müssen.

IMPFUNGEN:  Keine

WIND & WETTER:
Die Winde entlang der Festlandküste sind im Sommer eher schwach (ganz im Gegensatz zu Herbst und Winter). In den meisten Fällen haben es Segler mit Thermik zu tun:

Morgens weht es eher aus ost-nordöstlichen Richtungen, und gegen Nachmittag dreht die Brise auf Süd-Südwest. Selten weht es stärker als mit 4 bis 5 Beaufort. Nach Sonnenuntergang schläft der Wind ganz ein, was das Ankern selbst an offeneren Buchten zu einer kommoden Sache macht. Flautentage sind häufig. Mit Motorstunden muss deshalb gerechnet werden. Die mitunter steile Topografie der Küste beeinflusst das Windgeschehen. Unter Land kann der Wind in Richtung und Stärke völlig anders sein als weiter draußen. In Frühling und Herbst treten vermehrt Gewitter auf. Von Land her weht dann der Tramontana („der über die Berge kommt“), und es entstehen Fallböen. Vorhersagen erhalten Sie über UKW Kanal 68, auch auf Englisch als Daueransage.

HÄFEN UND ANKERPLÄTZE:
Generell gilt: Häfen in Italien sind vor allem im Sommer, wenn das Land geschlossen in den Urlaub geht, voller und quirliger als anderswo. Gerade im August kann es sein, dass man keinen Liegeplatz mehr bekommt, wenn der Hafen zu spät angesteuert wird. Während der Hochsaison von Mitte Juni bis Mitte September zahlt man auf Ischia und Capri schnell über 50 Euro für eine 12-Meter-Yacht. Auf Ischia / Sant´Angelo werden dann auch für einmal Wasserfassen 20 Euro abgeknöpft. In Amalfi war die Nacht an der Hafenmole dafür umsonst.

Anderseits findet sich fast überall ein passabler Ankerplatz, da die Nächte im Sommer lau sind. Der oft sandige Grund hält recht gut. Besonders gut ankert man vor Procida in der Cala di Corricella, vor Ponza in der Cala Infermo oder in der Bucht gleich neben dem Hafen. Statt in der Marina Grande sollte man (außer bei Schirokko) unbedingt an der Südseite Capris liegen, wo lediglich tagsüber der sehr rege Schiffsverkehr und die Ausflugsdampfer für heftigen Schwell sorgen.

NAVIGATATION UND SEEMANNSCHAFT:
Außer in Bezug auf An- und Ablegemanöver in oft überfüllten Häfen kann man den Golf von Neapel getrost als Anfänger- Revier bezeichnen. In den Häfen liegen Yachten mal an Murings, mal römisch-katholisch an der Pier. Es gibt weder nenneswerte Strömungen noch tückische Untiefen. Ein paar Sperrgebiete sind den Karten, dem jeweiligen Handbuch oder der Seekarte zu entnehmen. Navigiert wird meist nach Sicht, wenngleich hin und wieder eine Insel im sommerlichen Dunst verschwindet. Ernste Schwierigkeiten dürften dadurch aber nicht entstehen.

LITERATUR:
Rod Heikell: „Küstenhandbuch Italien“, Edition Maritim, 49,90 Euro. Für den Landgang: „Golf von Neapel“, Michael Müller Verlag, 17,90 Euro und das Merian-Heft über die Region, 7,50 Euro.

LANDGANG:
In Neapel selbst sollte man sich unbedingt die Altstadt ansehen und ein wenig herumschlendern. Die Stadt hat wegen kleinerer Diebstähle und Betrügereien keinen besonders guten Ruf, doch unsicherer als in anderen Metropolregionen ist es hier auch nicht. Wer die überall auf der Welt gültigen Vorsichtsregeln beherzigt, kann angstfrei flanieren. Einen Ausflug auf den Vesuv sollte man bei guter Sicht unternehmen, ansonsten lohnt der Aufwand nicht. Pompeji (stark besucht) und Herkulaneum (entspannter) können (und sollten) bei jedem Wetter besichtigt werden. Auf Capri ist ein Gang zur Villa Jovis und der Spaziergang am Steilufer, oberhalb der Villa Malaparte, zum Arco Naturale zu empfehlen – ein bizarrer Felsbogen mit Durchblick aufs Meer. Die legendäre Blaue Grotte ist zur Touristenfalle verkommen.

 
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