Allgemeine Infos Bretagne

Autor: D. Chrimpakis

DAS REVIER
Die südliche Bretagne verläuft vom Pointe du Raz im Nordwesten bis zur Loiremündung im Südosten. Schön, gut besegelbar und hier beschrieben ist die Region zwischen Bénodet und der Belle-Ile. Der etwa 60 Seemeilen lange Küstenstrich ist durch seine vielen verschiedenartigen Ziele kein Revier für Meilenfresser, sondern für Entdecker und Genießer.

WIND & WETTER
Plötzliche Wetteränderungen, wie man sie von einigen Mittelmeerregionen kennt, gibt es in der Bretagne höchst selten. In den Sommermonaten herrschen Winde aus Nordwest und West vor. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit beträgt in diesem Zeitraum lediglich zehn Knoten, noch weniger im August, wo es nur noch acht Knoten sind. Angenehme Temperaturen von durchschnittlich rund 22 Grad herrschen von Juni bis September.

HÄFEN & ANKERLÄTZE
Das Angebot an tideunabhängigen Marinas und sicheren Liegeplätzen ist so groß, dass in kurzer Zeit ein Schutzhafen angelaufen werden kann und man generell nie trockenfallen muss. Die Versorgung ist im Allgemeinen exzellent; lediglich im Gléhan-Archipel ist man – abgesehen von einem Restaurant – auf sich selbst angewiesen. In den meisten Häfen liegen die Yachten an Schwimmstegen oder an Muringtonnen mit Landverbindung. Wenn es voll wird, muss man sich auf das Liegen im Päckchen einrichten.

NAVIGATION UND SEEMANNSCHAFT 
Eine Besonderheit ist der Strom, der im Golfe du Morbihan bis zu neun Knoten stark werden  kann, aber vor der Küste mit maximal 2,4 Knoten fließt. Genau gerechnet werden muss nur beim Eingang in die Bucht von Quiberon (Passage de la Teignoude), im Golfe du Morbihan und für Flussfahrten. Der Tidenhub beträgt maximal fünf Meter. Wenn Gewässer befahren werden sollen, die bei Niedrigwasser zu flach geraten, hilft die Zwölftel-Regel. Die Faustformel für die Berechnung der Wasserstandshöhen im Verlauf einer Gezeit: Der Tidenhub wird durch zwölf geteilt. In der ersten und sechsten Stunde nach Hochwasser fällt das Wasser um jeweils 1/12. In der zweiten und fünften Stunde sind es 2/12 und in der dritten und vierten Stunde 3/12. Analog dazu verhält sich das Wasser in den sechs Stunden nach Niedrigwasser. Beispiel: Wenn der Tidenhub vier Meter beträgt, senkt sich der Wasserstand in der ersten Stunde um 33 Zentimeter und in der zweiten Stunde um 66 Zentimeter. Am ende der zweiten Stunde hat sich die Wassertiefe also um 99 Zentimeter reduziert. Die Informationen über den jeweiligen Tidenhub und auch die Hoch- und Niedrigwasserzeiten sowie die Informationen zu Stromrichtung und Geschwindigkeit sind der an Bord befindlichen Lektüre zu entnehmen. Für die Planung daheim und zum Üben empfehlen sich die englischen Imray-Charts. Die (übrigens wasserresistenten) Druckwerte C 37,C 38 und C 39 decken das Gebiet ab. Deutschsprachige nautische Reiseführer gibt es nicht für die Bretagne. Es empfiehlt sich der französischsprachige „Pilote Cotier“ von Alain Rondeau. Ansonsten müssen normale Reiseführer herhalten, um vorab Eindrücke von den verschiedenen Orten zu gewinnen zu können (z.B. „Bretagne“ von Krusekoprf / Homann, www.reise-know-how.de).

ANREISE
Die Flugverbindungen nach Nantes oder direkt nach Lorient sind meist teuer. Alternative: die Anreise mit dem Schnellzug TGV. Zu empfehlen ist jedoch die Fahrt mit dem Pkw, da unterwegs reizvolle touristische Ziele im Übermaß liegen: die sehenswerten Orte Honfleur sowie Deauville/Trouville an der Seinemündung, das bei Flut vom Wasser eingeschlossene Kloster Mont St. Michel, die alte Korsarenstadt St. Malo in der Nordbretagne und deren gesamte raue Küste sowie die Schlösser der Loire.

 
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