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Skipper Kim

Anekdoten

20-03-07 12:00

Jimmy der Grasshopperman

Autor: Frixos

Eigentlich lernte Sina, meine Frau, Jimmy auf Dominica an einem Rosenmontag kennen. Karneval in der Karibik ist etwas ganz besonderes und wird dementsprechend gefeiert. Dominica ist eine der ärmsten Inseln dieser Region doch der Ideenreichtum der Bevölkerung ist sagenhaft. Kostüme, aus alten Zeitungen, alte Töpfe und Waschtrommeln aus alten Waschmaschinen, alles wird für den Umzug verwendet, Reggaemusik aus allen Himmelsrichtungen, alles ist fröhlich und tanzt.
So auch Jimmy und als Partnerin hatte er sich meine Frau ausgesucht die mit der Crew nach einem Ausflug vom Indian River zurückkam. Ich war an Bord, Denn es ist nicht ratsam eine Yacht unbeaufsichtigt zu lassen, und habe von allem nichts mitbekommen. Drei Jahre danach war ich wieder auf Dominica und ging an Land um Besorgungen zu machen als einer der Burschen auf mich zustürzte und mich wie einen alten Freund begrüßte, „ich bin Jimmy der Grasshopper man, vor drei Jahren habe ich mit deiner Frau beim Karneval getanzt, wie geht es ihr, wie geht es dir?“ Ich war einigermaßen verblüfft erinnerte mich aber noch, dass Sina damals mit einem Miniaturparadiesvogel, aus Bananenblättern geflochten, zurückkam. Jimmy's Fähigkeit war, mit nur einer Hand aus Blättern, Heuschrecken (Grasshoppers), Paradiesvögel
Und alles mögliche Getier zu fabrizieren. Bei meinem Einkaufsbummel, Jimmy lies es sich nicht nehmen alles zu tragen, balancierte er auf dem Kopf einen Karton mit Bier, in der rechten Hand eine Einkaufstüte und mit der linken in der Tasche machte er mir einige Grasshoppers die ich der weiblichen Crew in die Koje schmuggelte, das war vielleicht ein Gezeter, so täuschend ähnlich waren die gemacht. Natürlich erwartet der Burschen ein Trinkgeld, bei Jimmy gab es ein Problem, er war süchtig und ich wusste genau, Bargeld würde er sofort in Marihuana umsetzen. Wir deponierten das ganze eingekaufte Zeug im nächsten Pub und ich ging mit ihm zurück in den Laden, kaufte Lebensmittel für seine Frau und seine drei Kinder ein und lud ihn im Pub zum Essen ein. Beim Eingang lungerte eine ausgemergelte Gestalt herum die auf Jimmys Gruß kaum reagierte, „wer ist das“ fragte ich? , „Das ist der Tigerman“ war die Antwort, ich erinnerte mich, vor drei Jahren hatte er für mich noch einen Thunfisch gefangen, heute ein Wrack, zerstört von Marihuana. Bei der Kellnerin bestellte ich einen Hamburger und ein Bier für ihn den er teilnahmslos in sich hineinstopfte. „Warum machst du dass?“ Fragte mich das Mädchen, ich hatte nur eine Gegenfrage, „bist du römisch katholisch?“ Meine Gegenfrage, „selbstverständlich“, siehst du ich gehöre keiner Religion an aber kenne die Worte von Jesus der sagte, „wenn jemand hungert gib ihm zu essen und gegen das Bier hätte er bestimmt auch nichts einzuwenden. Beim Abschied ersuchte mich Jimmy ihm doch bei meinem nächsten Besuch ein paar alte Schuhe mitzubringen. Ich habe mein Wort gehalten und ein paar neue Sportschuhe mitgebracht, nur Jimmy war im Gefängnis, wegen Drogen, Tigerman war endlich seine Sucht losgeworden, er war gestorben. Zu den genannten Namen der Burschen möchte ich noch einige zufügen: Laurence von Arabien, Jimmy Sunshine, Eric Spaghetti, Alaska, ich glaube ihren richtigen Namen kennen die wenigsten, aber was zählt der schon auf einer Insel wo jeder, jeden Tag um sein Dasein kämpft.


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