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Anekdoten

02-03-07 18:55

Erlebnis mit unserer lieben Bundespolizei aus Neustadt.

Autor: Florian Schoetzke

Hier ein Erlebnis mit unserer lieben Bundespolizei aus Neustadt.

Im Jahr 2005 liefen wir mit unserer Bavaria 36 aus Breege aus, um einen erholsamen Segeltörn in die nördlichen Gefilde der Ostsee zu unternehmen. Es war ein klassischer Segelchartertörn mit 6 Personen an Bord. Der Törn verlief über Schweden in den Falsterbo-Kanal, Kopenhagen (Dragör) Klinthom und über Hiddensee (Vitte) nach Breege. Am vorletzten Tag kreuzten wir vor Hiddensee bei fortwährend schlechter werdenden Wetter und beobachteten 6-7 sm nördlich von Hiddensee ein Schnellboot der Bundespolizei. Zu diesem Zeitpunkt waren es bereits 5-6 Windstärken Bf mit Tendenz zunehmend. Die Windrichtung pendelte zwischen SO bis S, wobei wir eine Welle von ca. 1,5m hatten. Die Bundespolizei ließ es sich zu diesem Zeitpunkt nicht nehmen, ein Schlauchboot mit drei Mann Besatzung auszusetzen, um das einzige Segelboot, nämlich uns zu kontrollieren. Und jetzt kommt es: Die super See-Leute der Bundespolizei hatten vor, bei 5-6 kn Fahrt (AmWind Kurs) über das Heck unserer Bav 36 so eben einmal überzusetzen, um dann bei uns eine Schiffskontrolle bei schwersten Wetter durchzuführen. Nach dem dritten Anlauf schienen unserer Beamten es aufzugeben und forderten unsere Pässe über die rauschende See in einer am Besenstiel verbundenen Tasche zu übergeben, worauf sie dann für 1,5 h zum Mutterschiff zurück fuhren. Derweil kontrollierten wir unser Schiff auf Beschädigungen durch die "Andockversuche" der Bundespolizei und stellten zwei Kratzer an Backbord Achtern fest. Als die Beamten in rauschender Fahrt uns die Pässe zurückgaben, teilten wir Ihnen diese Beschädigungen mit. Diese wurden nicht anerkannt und man bat uns Funkkontakt mit den Beamten aufzunehmen. Doch der kam auch leider nicht zustande. Nachdem wir dann aber am nächsten Tag in Vitte über die örtliche Polizeistation die Handynummer vom wachhabenden Offizier der BP21 bekommen hatten, schilderte ich übers Handy den Fall. Doch wie erwartet hat der verantwortliche Schiffsführer diesen Schaden nicht eingestanden und wies darauf hin, dass solche Kontrollen bei solchen Wetter normal seien und keine Gefahr für Schiff und Besatzung bestand. Anschließen folgte ein Rechtsstreit mit der Bundespolizei in Neutstadt, wo ich den Schaden zunächst anzeigte und darauf mir ein Verfahren wegen versuchten Betrugs anhängig gemacht wurde. Das Ende vom Lied.
Einstellung des Verfahrens mit 550 € Anwaltskosten.

Tja, so ist es eben mit der Bundespolizei.


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