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Skipper Kim

Anekdoten

10-02-07 23:43

Die 3 Herren von der Bavaria 707

Autor: Skipper Kim;Die 3 Herren von der Bavaria
Mit meiner Frau war ich in diesem Sommer ohne Kinder auf den Chiemsee segeln und wie es sich gehört machten wir wie immer am Seglersteg der Fraueninsel fest.
Meine Frau wollte nochmal sichergehen, dass die zu Hause geblieben Kinder auch keinen Unsinn treiben und verließ unser Segelboot. Nachdem ich alles zugemacht und Festmacher überprüft hatte, wollte ich Ihr folgen.Es kam wie es kommen musste, da ich laut meinem treuen Mitsegler Stephan, immer die Chaoten anziehe, dass eine kleine Bav. 707 (vom gleichen Vercharterer) auch am Seglersteg festmachen wollte. Die 3 Herren führen immer dichter an Land und setzten sich gleich im Schlick fest. Nach etlichen Vorwärts- und Rückwärtsgasversuchen, meinte einer die Kupplung wäre kaput. Mein Hinweis "Ihr sitzt fest, die Kupplung geht" schauten mich 3 fragende Gesichter hilflos an. Mein Tip, zwei mögen sich an der Saling festhalten und nach außen lehnen, führte aufgrund des Körperumfanges zu einer sehr starken Krängung, hatte schon Bedenken, dass das Boot kentert, aber so kamen Sie dann doch frei. Der zweite Anlegeversuch sollte wieder an der gleichen Stelle erfolgen, doch konnte ich Sie überzeugen, dass dies keine gute Idee sei. Also folgte der dritte Versuch. Der Skipper, wenn man Ihn so nennen darf, fuhr mit dem Hebel auf den Tisch auf den Steg zu.....habe mich dann genötigt gefühlt, den Crash mit meinem Körpereinsatz zu verhindern. Der Gashebel wurde auf mein Bitten, dann doch wieder auf Leerlauf gestellt. Die Frage, ob Sie den einen zweiten Anker an Bord hätten und diesen schon rechtzeitig achtern ausgebracht hätten, würde wieder mit einem großen Fragezeichen auf den Stirnen, von selbst beantwortet. 
Vierter Versuch. Der Anker wurde von vorne nach achtern geschleppt und der Skipper fuhr wieder mit Vollgas auf den Steg zu. 5 Meter vorher ließen Sie den Anker ins Wasser und der Kette den freien Lauf. Weil das Rattern der Kette nicht aufhören wollte, stellte ich die Frage: Habt ihr die Kette festgemacht ? Einer der Mitsegler erwischte noch den letzten Meter der Kette. Vorleinen vorbereitet ?
Warum? Meine Bitte mir doch die Vorleine zu geben, wurde promt ausgeführt, ich bekam beide Leinen zugeworfen....am Schiff festgemacht ? Wieso denn das!
Nun denn ich legte den Palsteg über den Poller und warf die erste Leine zurück, mit der Bitte es an der Klampe zu belegen. Klampe und Belegen waren wohl noch neue Begriffe. Der Skipper wurde nach vorne gerufen, welcher dann sofort mit einem Hausmannsknoten zur Tat schritt. Mein gut gemeinter Hinweis, ob er denn ein Messer dabei hätte, um den Knoten später zu lösen, hätte ich mir sparen können. Was soll's, meine Frau war ja noch am telefonieren und so erklärte ich dem "Skipper" wie die Klampe belegt wird. Wollte daraufhin gehen, doch die Bitte bei der 2 Klampe noch mal ein Blick zuwerfen, konnte ich als hilfsbereiter Segler schlecht wiedersprechen. Genauso habe ich dann noch die Funktion der Fender, sowie die Funktion einer gespannten Ankerkette erklärt.
Nun war auch meine Frau mit telefonieren fertig und wir gingen essen.Abends im gemeinsamen Hafen, wir hatten schon zur vereinbarten Zeit festgemacht und einen Klönschnack mit dem Hafenmeister gehalten, kamen auch die 3 Herren von der Bav 707 in den Hafen geschossen. Die Heimatbox wurde um 20 Meter knapp verpasst. Der Hafenmeister, eine sehr geduldiger Zeitgenosse, wurde dann doch etwas nervös, insbesondere weil die Fender schon ausgebracht waren und die Pfähle sich auf das "Fangen der Fender" freuten".
Kaum war dann das Boot fest, rannte einer der Segler mit einem Ausdruck der Verzweiflung los, blieb stehen und rief nach dem WC Schlüssel. Nun gut, ich helfe ja gerne, insbesondere weil die anderen beiden erst mit Suchen anfingen, und gab Ihm meinen Schlüssel. 
Am Parkplatz freuten sich die 3 Herren von der Bavaria 707 über Ihren absolut gelungen Törn auf dem Chiemsee, gegenseitiges Schulter klopfen inklusive. Die große Freude wandelte sich schlagartig, nachdem ich Ihnen mein Angebot, Sie gerne gegen Bezahlung auf die Tücken des Chiemsees und des Segelschiffes einzuweihen, unterbeitete hatte, sofort in betretendes Schweigen.
Hatte ich was falsches gesagt, wollte doch nur mal wieder helfen? Skipper Kim 


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